Die wohl größte Herausforderung für jeden Athleten ist bei solch einem Event im ausverkauften Stadion, mit vielen Kameras und Fernsehteams die Nerven zu behalten.
Das fängt schon damit an, dass alles komplett anders abläuft als bei einem Bahnsportfest in der Nachbarschaft. Man muss neben der Stellplatzkarte die 90 min vor Start abgegeben sein muss auch noch nachschauen wann man in den Call Room aufgerufen wird. Bei uns war das 30 min vor Start. Im Call Room wurden Spikes und Trikot kontrolliert. Handy musste man dort abgeben, dass durfte nicht im Gepäck mit ins Stadion genommen werden. Dann wird man in das Stadion geführt. Man könnte glauben, dass einer Sabrina Mockenhaupt mit unzähligen Meistertiteln das total gelassen sieht. Zumindest war ich im Glauben, dass sie kommt, läuft, gewinnt und geht. Aber das ist überhaupt nicht so. Sabrina schien die Aufgeregteste zu sein.
Eigentlich sind alle froh, wenn der Startschuss fällt und es endlich los geht.
Es war meine erste deutsche Meisterschaft und ich denke dass ich mit einem 10. Platz und einer Zeit von 17:26 auch wirklich sehr zufrieden sein kann. Leider bin ich zu verhalten angegangen und habe dadurch schnell den Anschluss an das Hauptfeld verloren. Als ich mich endlich getraut habe meine kleine Gruppe mit Nina Kunz und Heike Bienstein zu verlassen, war das Hauptfeld schon ein gutes Stück voraus. Zwar konnte ich mich sehr deutlich von meinen Verfolgerinnen absetzen aber nach vorne schaffte ich es nicht mehr, da es sehr windig war.
Mir fehlt da eben doch die Bahnerfahrung. Da ich vor 8 Jahren mit Marathon angefangen habe anstatt mit Kurzstrecken habe ich immer noch im Kopf dass ich langsam loslaufen muss. Aber ich bin stolz, dass ich es überhaupt zu den Deutschen Meisterschaften geschafft habe, denn ursprünglich habe ich mit dem Laufen nur angefangen, weil ich abnehmen wollte. Da war mir wichtig so lange wie möglich in Bewegung zu bleiben, die Geschwindigkeit spielte keine Rolle. Das hatte damals auch den Vorteil, dass unser Hund Samy endlich ausgelastet war.
Der Vorteil daran ist, dass ich noch lange nicht das Ende erreicht habe. Da geht noch was und ich habe noch weitere Ziele :-)