03.10.10 Köln Marathon
Natürlich war das Ziel ein anderes als eine 3:05:09 zu laufen. Nie hätte ich gedacht, mit der jetzigen Form wieder über 3 h zu laufen. Aber so ein Marathon sind nunmal keine 10 km. Da gilt es weitaus mehr zu beachten.
Ein schönen Spruch habe ich per Mail bekommen: Aber auch das ist Marathon, Sobald an dem Tag die Witterungsverhältnisse nicht stimmen, kann man so gut drauf sein wie man will. Da machste nix!!
Am Start haben wir schon geschwitzt, die Sonne hatte Mittags zum Start um 11:30 Uhr schon eine wahnsinnige Kraft. Nach vielen kalten und regnerischen Tagen waren wir das nicht gewöhnt. Alle haben gestöhnt. Ich bin da noch relativ locker geblieben, ich habe mich auf den Lauf gefreut wie nie zuvor.
Alles lief super. Mein Begleiter Kai meinte er wäre topfit und hat mir gut Windschatten geboten. Wenn ich ihm angeboten habe, in meinem Windschatten zu laufen, hat er abgelehnt, weil er sich super gefühlt hat. 10 km in 41:48, alles im grünen Bereich und die 10 km sind verflogen, ich war frisch wie am Start. Bei km 15 kam ein Motorradfahrer und fuhr direkt neben mir und der Gruppe her. Die Luft wurde richtig schlecht, ich habe mich konzentriert auf meine Atmung um bloß keine Seitenstiche zu bekommen. Der Wind hat die Abgase schön zu uns gepustet. Bei km 17, als das Motorrad wieder weg, habe ich mich nach Kai umgesehen. Kai war weit zurückgefallen. Das war ein Schock!!! Ich habe mich darauf eingestellt nun alleine durchkommen zu müssen. Die Gruppe blieb bestehen bis km 21. Dann sind wieder 2 zurückgefallen. 2 blieben übrig, diese liefen aber überhaupt nicht gleichmäßig. Einer der beiden hat bei km 21 gebrüllt vor Schmerzen. Dieser lief auch nicht mehr lange. Ich habe immer wieder versucht mich an andere Läufer ranzukämpfen um nicht alleine laufen zu müssen. Der Radfahrer durfte nur neben mir fahren und mich moralisch unterstützen, was auch viel wert ist. Aber es ist ein riesen Unterschied, ob Du alleine rennst oder in einer Gruppe. Immer wieder habe ich viele Körner verbraucht um mich gegen den Wind an Läufer vor mir heranzukämpfen. Das hat auch alles gut geklappt. Bei km 30 noch 1:25 Vorsprung vor der 4. Frau Tanja Hooß. Alles war super, ich war sicher, ich rette den 3. Platz ins Ziel. Leider hat das ständige Kämpfen gegen den Wind richtig viel Kraft gekostet. Bei km 35 als wieder so viel Wind kam, bin ich fast gegangen. Bei km 39 kam dann Tanja Hooß vorbeigeflogen und hat mich auf Platz 4 gereicht. Ich habe echt überlegt, wie ich es nur die letzten 3 km ins Ziel schaffen soll. Meine Beine haben gekrampft und waren steinhart. Die wollten keinen Meter mehr, mussten aber noch 3 schaffen. Die letzten km waren nahe der 5 min/pro Kilometer. Ich war heilfroh, als ich "Ziel" lesen konnte. Den Anstieg auf die Deutzer Brücke habe ich kaum wahrgenommen, ich war so am Ende, dass mir alles egal war. Mein besonderer Dank gilt meinem Radfahrer Dirk Struve, ohne ihn wär’s noch viel härter geworden! Danke für die Aufmunterungen. Auch Danke an Birgit Lennartz und Udo Lohrengel für das Coachen an der Strecke.
Der Köln Marathon ist geschafft und eine 3:05:09 und ein 4. Platz Gesamt sind kein so schlechtes Ergebnis. Desweiteren haben wir Marathon Mädels vom LAZ Puma Troisdorf/Siegburg (Marlen Günther 3:05:09, Nadja Gaus 3:14:21, Kathrin Stöcker 3:18:30) in 9:38:00 die Mannschaftswertung gewonnen!
Zufrieden mit der Zeit waren die wenigsten beim diesjährigen Köln Marathon, der Männer Sieger war sogar richtig enttäuscht. Viele sind auch ziemlich am Anfang ausgestiegen und hoffen auf bessere Bedingungen beim Frankfurt Marathon.