Marlen-LaufbandLeistungsdiagnostik am 25.03.2010, Uhrzeit 10:30 Uhr

Heute war es wieder so weit, meine erste Leistungsdiagnostik in diesem Jahr bei http://www.komsport.de/ stand an. 8 Wochen vor dem Marathon um zu sehen, mit welchen Voraussetzungen ich in das Marathontraining starte und um zu sehen, was ich dringend im Training ändern muss.

Durch die verschneiten Wege über Wochen, habe ich natürlich viel Grundlage trainiert aber wenig Tempoläufe absolviert. Das Wetter kam mir gerade Recht, denn alles was schneller als 4:30 min/km ist, empfinde ich grundsätzlich als unangenehm, anstrengend, ungemütlich und vor allem unsozial, bei dem Tempo kann man ja nicht mehr quatschen!!!

Daher wundert es nicht, dass ich schon zu schnaufen begann, als Oliver Elsenbach das Laufband auf ca. 14 km/h stellte. Puh, endlich die geforderte Zeit im geforderten Tempo geschafft!!! Etwas übertrieben, denn das Tempo tut mir nicht weh, war aber trotzdem nicht mehr gemütlich. Kurz Pause um mir ins Ohr zu pieken und Blut zu entnehmen. Warum dauert so was eigentlich nicht länger....die 15 sek Verschnaufen sind einfach zu kurz! Aber Test ist Test, bei der Matheklausur gibt's auch keine Verschnaufpause.
Nun weiter mit ca.16 km/h. Wahnsinn, wie weh mir das Tempo jetzt tut. Fühl mich wie eine alte Oma. Aber diese Stufe habe ich dennoch überstanden, natürlich klitschnass geschwitzt :-) Dann kam die Stufe vor der ich wirklich Angst hatte. Denn bei meiner ersten Leistungsdiagnostik bin ich 18 km/h volle 4 min durchgelaufen und am Ende vom Laufband gefallen, einfach total erschöpft und am Ende meiner Kräfte. Das war vor 4 Jahren. Oliver sagte, ich bin die einzige die bisher da runter gefallen ist. Seit dem hat er einen Gurt an der Decke womit die Läufer auf dem Band angeschnallt werden (siehe Foto). Nun gut, wenn ich das Tempo vor 4 Jahren laufen konnte, warum heute nicht....Oliver sagte, dass Tempo soll ich 2 min laufen. Also habe ich mich zusammengerissen und bin gerannt um mein Leben, so kam mir das wirklich vor!!! Nach einer gewissen Zeit sagte er, die Hälfte ist geschafft! Ich war nicht wirklich in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen, aber ich wusste genau, dass er vor der 18 km/h Stufe sagte, 2 min müsste ich das Tempo laufen. 2 min waren doch dicke um. Ich schaute ihn total entsetzt an und sagte zu ihm: "Du hast gesagt 2 min!!!!"
Daraufhin stoppte er das Laufband. Da war ich froh, es endlich geschafft zu haben. Aber schon wenige Sekunden später habe ich mich geärgert, dass ich nicht die Zähne zusammen- gebissen habe....Eine Geburt ist doch wesentlich schlimmer, als 18 km/h zu rennen, da habe ich auch nicht gesagt: "STOP"!

Wobei ich das gerne getan hätte. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Ich ging enttäuscht von mir selber in Richtung Dusche. Oliver sagte mir nach, dass es für den Test im Bezug auf Marathon unrelevant ist, ob ich die letzte Stufe nun 2 oder 4 min laufe. Trotzdem ärger ich mich noch jetzt, denn ich hätte das ganz sicher zu Ende laufen können. So und genau das ist der Punkt wo ich dran arbeiten muss. Ich muss dass trainieren was ich nicht mag....Denn das was ich mag, kann ich super. 4:00 min/km laufen ist gar kein Problem, aber wehe es wird schneller. Also werd ich die kommenden 4 Wochen mehr auf Qualität achten. Ich soll lieber 5 x 1000 m in 3:30 min/km laufen als 10 x 1000 m in 3:45-3:50. Letzteres würde ich bevorzugen, wenn ich die Wahl hätte. Also Schluss damit, dass zu trainieren was Spaß macht. In 5 Wochen ist der nächste Test. Oliver sieht genau, ob ich seine Ratschläge befolgt habe. Da bleibt mir wohl nicht anderes übrig, als das umzusetzen was er mir heute gelehrt hat.

Jeder hat eine andere Meinung über die Trainingsgestaltung. Die einen sagen lieber mehr und dafür kürzere Pause und langsamere Intervalle und die anderen sagen lieber längere Pausen und dafür knackige Intervalle. Die erste Variante trainier ich seit 4 Jahren, wirklich weiter bin ich damit nicht gekommen. Jetzt hör ich auf Oliver und probiere die andere Variante, ich werde also z.B. 5 x 1000 m in 3:30 laufen und dafür die 400 m Trabpause langsamer laufen als sonst in 2 min. Das aber nur einmal pro Woche. Die restliche Zeit werde ich weiterhin viel Wert auf meine Ausdauer legen. Denn Ausdauer ist gerade für einen Marathon das A und O. Die weitere Tempoeinheit werde ich also mit 10-15 km Tempodauerläufen oder so Spielchen wie 4 x 3000 m verbringen!

Mir hat der Tag heute einiges gebracht, auch wenn ich vorher wusste, dass er sicherlich sagen wird, dass es mir an Tempo fehlt! Aber jetzt weiß ich dass ich schneller als 3:40 min/km laufen muss um neue Reize zu setzen. Bisher war ich der Meinung 3:50 min/km reichen aus...falsch gedacht.

KOMSPORT